SV Halle - Abteilung Wasserball
Chronik - vor 2003
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eingetragen von bine am 2.01.2014 16:48 
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Hallische Wasserball-Chronik 1902 - 2002


Teil 1


Nach vorhandenen Unterlagen (Gedruckte Vereins-Chronik von 1927 und maschinengeschriebener Text 1928-1952) zusammengestellt von Dr. Günter Brode (Dölbau-2012)

Am 4. Juli 1902 wurde der Schwimmclub Schwan „in aller Form“ gegründet. Die 1. Sitzung fand am 8. Juli abends 8 Uhr in Hoffmanns Badeanstalt mit Freyberg-Bier (10 Pfennige die Flasche!) und 10 Gründungsmitgliedern statt. Es wurde ein Beitrag von 2 Groschen pro Monat beschlossen.

Es gab in Halle schon den „Schwimmclub Saale-Halle von 1898“ und bald Bestrebungen, den „Schwan“ in die „Saale“ aufzunehmen. Aber in zwei Versammlungen am 24. April 1903 bzw. am 5. Mai 1903 wurde die „Verschmelzung“ abgelehnt (ein Schelm, der Parallelen dazu in Halles jüngster Sportgeschichte sucht!). Am 20.7.1904 erfolgte dann der Beitritt zum Deutschen Schwimmverband.

Erst am 1. August 1909 gab es zum ersten Male ein Wasserball- oder „wasserballähnliches Spiel. Gegner war der Leipziger SV, Halle gewann mit 2:1 „Zielen“ (von Toren war damals noch nicht die Rede!).

2. September 1913: Umbenennung in Hallescher Schwimmverein von 1902 (HSV 02).

Dann kam der Krieg.
Erst im Sommer 1919 wurde wieder eine „Wasserballmannschaft“ aufgestellt. Die fuhr am 27. Juli 1919 nach Zwenkau und verlor 1:8 gegen Leipzig.

Ihr erstes „Heimspiel“ absolvierte sie dann am 30.5.1920 in „Hoffmanns Damenbad“ mit 19:0 gegen Helbra.
Seit dieser Zeit hatte Halle 02 eine Wasserballmannschaft, die dann alljährlich in der sogenannten „Liga“ „Gaumeister“ wurde.

Meilensteine in der weiteren Entwicklung waren:

1921Sieger im Junioren-Wasserballturnier in Aschersleben

24.6.1922 anläßlich des Internationalen Schwimmfestes von Poseidon-Leipzig:
Halle 02 - Wiener Athletik-Sport-Club (Österreichischer Wasserballmeister)3:6 (3:3)
3.12.1922 in Berlin:
Halle 02 - Spandau 04 (Meister von Groß-Berlin)3:5 (2:2)

29.7.1923 in Erfurt: Halle 02 Sieger im 1. Erfurter Wasserballturnier.
Vorrunde: Halle 02 - Germania Berlin (Deutscher Altmeister)6:4 (4:4) nach Verlängerung
Endspiel: Halle 02 I. - Spandau 04 I. (Meister von Groß-Berlin und Brandenburg)3:3 (2:0)

24.9.1923 in Halle
Halle 02 I. - Hannover-Linden 98 I.5:1 (2:1)
Halle 02 II. - SV Erfurt I.8:0 (3:0)

23.3.1924 in Halle anläßlich des Wasserballtages:
Halle 02 I. - Poseidon-Leipzig I.8:4 (4:4)
Halle 02 II. - Wasserfreunde-Zeitz I.8:3 (5:2)
Halle 02 I. Jugend - Wasserfreunde-Jena I. Jugend10:0 (5:0)

13.4.1924 in Berlin-Lichterfelde
Halle 02. - Spandau 04. (Meister von Groß-Berlin)6:4 (4:4) nach Verlängerung

22.6.1924 in Erfurt
Halle 02 Sieger im 2. Erfurter Wasserballturnier
Vorrunde: Halle 02 I. - Wasserfreunde-Jena I.9:0 (6:0)
Endspiel: Halle 02 I. - Weißenfelser Schwimmverein I.6:0 (2:0)

15.7.1924 Sensation für Halle::
Halle 02 I. unterliegt nach glänzenden Leistungen gegen die Ländermannschaft Ungarns mit 5:1 (Halbzeit 1:0 für Halle 02)

Im Jahre 1925 fanden auch gegen Leipzig, Magdeburg, Dessau, Weißenfels, Zeitz, Berlin und Erfurt sog. „Gesellschaftsspiele“ mit recht guten Erfolgen statt. Im Durchschnitt haben Mannschaften von Halle 02 alljährlich 40 Spiele ausgetragen und davon 70 Prozent zu ihren Gunsten entschieden.

30.5.1928: Halle 02- Nizza 4:5 (2:4)

Ab1931:
Unter dem Wasserballobmann Karl Sauer wurde Halle 02 20 x Gaumeister und erzielte gute Ergebnisse im Kampf um die deutsche Wasserball-Meisterschaft

1937: Hallesche Stadtmannschaft gegen Leipzig mit 11:4
Die Spieler waren:
Hebestreit, Struck, Eberwein, Lehmann, Schumann (02), Sehmisch (Saale 96), Schmidt (HTSV)

23.11.1941: Halle 02 Wasserballturniersieger
8.11.1942: Halle 02 - Dessauer Stadtmannschaft15:0
31.3.1945: Bad zerstört, 42 Tote (Arbeiter der angrenzenden Röhrenwerke!)
10.7.1948: Verein aufgelöst

Nach dem 2. Weltkrieg war das Schwimmen und damit auch Wasserball durch die Besatzungsmächte anfangs noch verboten (Kampfschwimmer der Wehrmacht hatten großen Schaden angerichtet). Aber dann ging es unter der Losung „Wasserball muß Volkssport werden“ steil bergauf: Ein Terminkalender, der sich im Besitz des Autors befindet „Wintersaison 1951/52 im Wasserball“ verzeichnet allein in Sachsen-Anhalt in 11 Spielklassen über 100 tätige Mannschaften. Im hallischen Raum waren vor allem „Freiimfelde Halle“ (später Lok Halle), „Gesundbrunnen“ (später KWU) und „Giebichenstein“ (später Empor), sowie „Chemie Buna-Schkopau aktiv. Es gab u. a. Vizemeistertitel (in der DDR-Oberliga der Männer mit Lok Halle) und DDR-Jugendmeistertitel (Empor Halle).
Mit der Gründung des Sportklubs SC Chemie Halle-Leuna wurden die Vereine dann zwar ziemlich durcheinandergewirbelt, aber größere Erfolge blieben aus. Erst als im Jahre 1969 die Wasserballabteilung des SV Halle aufgelöst wurde und die neugegründete BSG Empor HO Halle-Neustadt die verbliebenen Wasserballer aufnahm, begann nach schwierigem Neuanfang die eigentliche Blütezeit des hallischen Wasserballs. Es begann am 6.7.77 mit den ersten Goldmedaillen und dem DDR-Meistertitel im Nachwuchsbereich und mit den Bronzemedaillen in der Männeroberliga 1973.
Dann folgten 8 DDR-Meistertitel und ebenso viele Pokalsiege

(wird fortgesetzt)

(G.Brode)




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